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ECLASS im Einsatz bei Fraport AG

Startbahn frei für saubere Daten

„Stammdatenqualität ist keine einmalige Maßnahme, sondern ein langfristiger Erfolgsfaktor. Mit D&TS haben wir einen Partner gefunden, der nicht nur unsere Herausforderungen verstanden, sondern uns auch mit praxisnahen Lösungen überzeugt hat. Die Einführung von ECLASS und die strukturierte Datenharmonisierung waren entscheidende Schritte, um unsere Materialprozesse transparenter, effizienter und zukunftsfähig zu gestalten. Gemeinsam möchten wir diesen Weg weitergehen und unsere digitale Infrastruktur nachhaltig stärken.“

Fraport gehört zu den weltweit führenden Unternehmen im Flughafenmanagement und betreibt unter anderem den Frankfurt Airport – einen der größten Flughäfen Europas. Das Unternehmen steht für Effizienz, Innovation und zukunftsorientierte Infrastruktur im internationalen Luftverkehr. Um den steigenden Anforderungen im Flughafenbetrieb gerecht zu werden, setzt Fraport auf digitale Lösungen und saubere Datenprozesse. Projekte zur Optimierung der Stammdatenqualität und zur Digitalisierung der Geschäftsprozesse bilden dabei die Grundlage für nachhaltigen Erfolg und reibungslose Abläufe.

Ausgangssituation

Die Fraport AG, einer der führenden Flughafenbetreiber weltweit, verwaltet am Standort Frankfurt eine Vielzahl von Fahrzeugen, Anlagen und technischen Einrichtungen – mit entsprechend großem Materialbedarf für Wartung und Instandhaltung. Es wurde deutlich, dass die bestehenden Materialstammdaten inkonsistent, unvollständig und nicht suchfreundlich waren. Materialien wurden mal nach Herstellervorgaben, mal umgangssprachlich benannt. Die Folge: „Viele Mitarbeitende haben lieber direkt am Regal gesucht als mit dem System gearbeitet“, schildert Erik Balmes, technischer Leiter, in einem gemeinsamen Interview mit seiner Kollegin Eva Nauheimer. Diese Praxis war ein klares Signal: Das System behindert mehr, als es unterstützt. In diesem Kontext brachte Jens Pinter die ECLASS-Klassifikation ins Spiel. Balmes erinnert sich: „Das kannte ich vorher gar nicht – aber wir waren uns schnell einig: Wenn wir's machen, dann richtig.“ Zeitgleich stellte Fraport auch die eigene Materialklassenstruktur um – weg von Eigenlösungen, hin zu einem Standard. Eva Nauheimer, Leiterin Einkauf, ergänzt: „Die Umstellung im Einkauf hat uns zusätzlichen Rückenwind gegeben. ECLASS passte perfekt zu unserer Zielsetzung.“

Einsatz

Nachdem intern der Entschluss gefallen war, die Materialstammdaten strukturiert zu überarbeiten, fiel der Fokus auf eine Klassifikation nach ECLASS – einem international anerkannten Standard für Produktund Materialdaten. Damit sollte nicht nur Ordnung in die bestehenden Daten gebracht werden, sondern auch die Grundlage für zukünftige digitale Prozesse und Automatisierungen geschaffen werden.

 Der Kontakt zu D&TS entstand über SAP. „Mir war wichtig, dass SAP ECLASS vollständig unterstützt“, berichtet Erik Balmes. „Ein Ansprechpartner von SAP erklärte mir, dass sie selbst nicht mehr operativ in Stammdatenprojekte eingreifen, sondern spezialisierte Partner empfehlen – so kam ich direkt und sehr zielgerichtet zu D&TS.“ Der Erstkontakt mit D&TS verlief für Balmes durchweg positiv: „Das Vertrauen war sofort da – fachlich und menschlich hat es einfach gepasst. Generell wirkte das D&TS-Team insgesamt offen, professionell und lösungsorientiert.“ 

Zu Beginn des Projekts wurden die bestehenden Materialdaten analysiert, fehlerhafte Einträge, abgekündigte Materialien, Dubletten und uneinheitliche Bezeichnungen identifiziert. Besonders bei KFZ-Teilen und Instandhaltungsmaterialien herrschte große Varianz: gleiche Teile mit unterschiedlichen Namen, Texte ohne relevante Informationen, nicht suchbare Bezeichnungen. In enger Abstimmung mit Fraport entwickelte D&TS ein Regelwerk für einheitliche Materialkurztexte – abgestimmt auf die Anforderungen von Lager, Einkauf und Instandhaltung. Diese Texte wurden automatisiert generiert und beinhalteten relevante technische Informationen in strukturierter Form. Parallel wurden praxisnahe Merkmalsleisten erstellt, die bei der Klassifizierung nach ECLASS zum Einsatz kamen. Ein weiteres zentrales Ziel war es, die Materialsuche für Anwender:innen zu vereinfachen. Aus Gesprächen mit Mitarbeitenden wurde klar: Die bisherigen SAPSuchfunktionen wurden kaum genutzt – zu unübersichtlich, zu kompliziert. D&TS entwickelte daher eine benutzerfreundliche Oberfläche mit intelligenter Suchfunktion, die auf Wunsch von mobilen Geräten aus nutzbar ist. 

„Das ist quasi unser Google für Materialien“, sagt Balmes mit einem Lächeln. „Die Kolleg:innen können einfach einen Suchbegriff eintippen – egal ob Artikelnummer, Stichwort oder Beschreibung – und bekommen direkt eine passende Trefferliste. Das spart enorm viel Zeit und senkt die Frustration im Alltag.“

Diese Suchoberfläche ermöglicht nicht nur die Recherche nach bestehenden Materialien, sondern auch den Vergleich ähnlicher Artikel, was vor allem bei Ersatzteilen große Vorteile bringt. Die Suchlösung wurde bewusst mobilfähig gestaltet, sodass Lager- und Werkstattmitarbeiter:innen direkt am Einsatzort mit Smartphone oder Tablet arbeiten können. Danach wurde das Projekt in einer zweiten Phase fortgeführt: Weitere Materialgruppen wurden klassifiziert, zusätzliche Merkmalslogiken eingeführt, neue Textbausteine erarbeitet und das Suchsystem optimiert.

Darauf folgte dann der nächste Meilenstein: ein Ticketsystem, über das neue Materialien künftig standardisiert über D&TS klassifiziert werden. „Das war uns wichtig, um den erreichten Qualitätsstandard dauerhaft zu sichern und Neuanlagen effizient und sauber umzusetzen“, erklärt Eva Nauheimer. Währenddessen wurden bereits neue Ideen angestoßen – etwa KI-basierte Vorschläge für Materialzuordnungen, Bildersuche nach technischen Komponenten oder die automatisierte Prüfung auf Dubletten.

Fazit

Ergebnis

Die Zusammenarbeit zwischen Fraport und D&TS führte zu einer spürbaren Verbesserung der Datenqualität und der täglichen Arbeitsprozesse im Materialmanagement. Durch ein einheitliches Regelwerk zur automatisierten Erstellung von Materialkurztexten konnten Dubletten vermieden und klare, verständliche Beschreibungen geschaffen werden – ein großer Gewinn für Einkauf, Lager und Instandhaltung. Ein besonderer Mehrwert war die Entwicklung einer mobilfähigen Suchoberfläche, mit der Mitarbeitende Materialien nun intuitiv und ortsunabhängig finden können – direkt im Lager oder in der Werkstatt. Die Suchzeiten sanken deutlich, und die Akzeptanz des Systems stieg spürbar. 

Insgesamt wurde der manuelle Aufwand reduziert, die Datenstruktur konsistenter und die Transparenz im Materialstamm deutlich erhöht. „Wenn nur 80 Prozent der Daten stimmen, fallen die fehlenden 20 Prozent umso stärker auf – und das gefährdet die Akzeptanz“, erklärt Eric Balmes. Auch Eva Nauheimer zieht ein positives Fazit: „Die Kombination aus Flexibilität, technischem Verständnis und offener Kommunikation hat das Projekt nicht nur erfolgreich, sondern auch angenehm gemacht.“

 

Ausblick

Die Zusammenarbeit mit D&TS geht weiter – und neue Ideen entstehen laufend: Eine KI-gestützte Bildersuche, Materialvergleiche per Oberfläche und eine noch bessere Integration der Klassifikation in tägliche Prozesse sind bereits in Planung. „Das Projekt zeigt, dass Stammdaten nicht nur IT-Thema sind, sondern echtes Potenzial für Effizienz, Qualität und Mitarbeiterzufriedenheit bieten“, fasst Eva Nauheimer zusammen. Der Weg ist noch nicht zu Ende – aber Fraport hat die Weichen klar auf Zukunft gestellt.

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