Digitaler Produktpass (DPP)
Was ist ein Digitaler Produktpass (DPP)?
Um die Umwelt und das Klima zu schonen, führt die EU im Zuge ihres Green Deals einen Digitalen Produktpass (DPP) ein. Ab 2027 wird der Batteriepass als erster Digitaler Produktpass in der EU verpflichtend für Industrie- und Pkw-Akkus. Digitale Produktpässe für weitere Produktgruppen werden folgen.
In einem Digitalen Produktpass werden alle relevanten Informationen eines Produkts wie Hersteller, Material, Reparatur- und Entsorgungsmöglichkeiten digital erfasst und über das DPP-System transparent für alle am Produktlebenszyklus beteiligten Akteure zugänglich gemacht. Die Strukturierung dieser umweltrelevanten Daten soll in einem standardisierten, vergleichbaren Format erfolgen. In einer Studie zum Digitalen Produktpass empfiehlt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) die Verwendung des ECLASS Standards zum Aufbau eines DPP.
ECLASS als Lösung für den Digitalen Produktpass
Der ECLASS Standard bietet bereits heute mit rund 48.000 Klassen und 23.000 Merkmalen eine herstellerunabhängige und branchenübergreifende Lösung, um Produkte eindeutig zu beschreiben. Zudem wird der Standard kontinuierlich mit den Experten aus Entwicklung, Industrie und Handel weiterentwickelt und an aktuelle Anforderungen angepasst.
Informationen für den Digitalen Produktpass können mit ECLASS Strukturelementen, wie "Environmental Footprint", "General Battery and Manufacturer Information" oder "Circularity and Resource Efficiency" in der Asset Administration Shell (AAS) abgebildet werden. Die Asset Administration Shell, oder "Verwaltungsschale", ist ein Austauschformat für Daten und bündelt in Teilmodellen Informationen über Produkte entlang ihres gesamten Lebenszyklus.
Der DPP mit ECLASS: Überzeugende Argumente
Weltweit setzen rund 5.000 Unternehmen ECLASS für ihren digitalen Datenaustausch ein – über Branchengrenzen und Länder hinweg.
Mit der aktuellen Version ECLASS 16.0 bieten wir Übersetzungen in 31 Sprachen an. Damit deckt ECLASS nicht nur alle europäischen Sprachen ab, sondern unterstützt auch internationale Märkte optimal.
ECLASS bringt unterschiedliche branchenspezifische Standards – beispielsweise aus den Bereichen Elektrotechnik, Automotive, Lebensmittelindustrie oder Bürobedarf – in einem übergreifenden, harmonisierten Standard zusammen. Dadurch werden Vergleichbarkeit geschaffen und Integrationsaufwände reduziert.
ECLASS basiert auf international anerkannten Normen wie ISO 13584, IEC 61360, DIN 4000/4001/4002 sowie dem eindeutigen Identifier System IRDI (ISO 29002).
Auch der Pflegeprozess des Standards entspricht der ISO 22274. Damit ist ECLASS zukunftssicher und optimal für normkonformen Datenaustausch geeignet.
ECLASS ist ein offener, communitygetriebener Standard, der jährlich in einer neuen Version weiterentwickelt wird.
Change Requests können von allen eingereicht werden – unabhängig davon, ob sie Mitglied, Anwender oder Fachexperte sind. So bleibt der Standard agil und kann sich neuen regulatorischen oder technologischen Anforderungen anpassen.
ECLASS Produktbeschreibungen können direkt über einen Webservice als XML oder JSON ausgetauscht werden. Der Digitale Produktpass kann im Datencontainer der AAS erstellt werden. Diese AAS wird dann in ECLASS abgebildet.
Gängige Identifikationen wie GTINs, DUNS, interne Artikelnummern oder IEC-61406-konforme Identification Links sind problemlos als Produktmerkmale im ECLASS Standard abbildbar
Info-Broschüre zum Download
IW-Studie zum DPP: Digitaler Produktpass — Enabler der Circular Economy
In einer Circular Economy ist ein neues Verständnis des Wirtschaftens sowie ein alternativer Umgang mit Rohstoffen erforderlich. Ressourcen sollen so lange wie möglich genutzt werden, um sowohl den Material- und Energieverbrauch als auch die Abfälle und Emissionen eines Wirtschaftssystems auf ein Minimum zu reduzieren.
Für den Aufbau eines DPP bietet der Datenstandard ECLASS mit seiner Interoperabilität, dem Baukastensystem sowie der Konformität mit Standards und globalen Normen viele Vorteile.
IWC-Studie: Digitaler Produktpass — Chancen, Risiken und Umsetzungshürden aus Unternehmenssicht
Während politisch schon viele Ideen, Analysen und Konzepte für den Digitalen Produktpass (DPP) entwickelt wurden, sind insbesondere auf der Ebene von Unternehmen und Akteuren entlang der Wertschöpfungskette Chancen, Risiken und Umsetzungshürden noch weitgehend unklar.
Diese Studie fokussiert sich daher auf die Unternehmens- und Praxisperspektive. Auf Grundlage von Unternehmensgesprächen und einer fokussierten Literaturrecherche erarbeitet sie einen Überblick über die gegenwärtige DPP-Readiness von Unternehmen und liefert eine Darstellung und Analyse der sich aktuell durch den DPP ergebenden Chancen, Risiken und Umsetzungshürden.
Sie haben Fragen?
Wir beantworten gerne Ihre Fragen zum Digitalen Produktpass mit ECLASS. Kontaktieren Sie uns einfach im ECLASS Head Office in Köln.