Das klassische „Katalogdenken“, bei dem ein Produkt lediglich als monolithische Einheit betrachtet wird, stößt in einer digitalisierten und nachhaltigen Industriewelt an seine Grenzen. Während ECLASS historisch in dieser ganzheitlichen Sichtweise gewachsen ist, fordern neue Rahmenbedingungen heute eine deutlich höhere Granularität der Daten.
Die Treiber: ESPR und der Digitale Zwilling
Ob gesetzliche Anforderungen durch die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) oder technologische Szenarien wie der Digitale Zwilling: Die Notwendigkeit, Produkte in ihre Einzelkomponenten zu zerlegen, ist unumgänglich geworden. Es reicht nicht mehr aus zu wissen, dass ein Artikel existiert – wir müssen verstehen, wie er aufgebaut ist.
Fokus auf die Kreislaufwirtschaft (R-Szenarien)
Die Komponente wird zum Dreh- und Angelpunkt für alle gängigen R-Strategien (Repair, Refurbish, Recycle). Ein praktisches Beispiel verdeutlicht die Relevanz: Damit ein Recycler am Ende des Lebenszyklus (End of Life) effizient arbeiten kann, benötigt er einen präzisen Informationsanker. Er muss wissen, dass sich die 3 kg Aluminium in einer Couch spezifisch in den Füßen befinden und in welcher Materialqualität sie vorliegen. Nur so lassen sich Materialien gezielt zurückgewinnen und wiederverwenden.
Neue Geschäftsmodelle durch strukturierte Daten
Ohne diese detaillierte Betrachtungsebene lassen sich neue, ergänzende Geschäftsmodelle – etwa im Bereich der Wartung oder der zirkulären Wirtschaft – kaum bedienen. Daten müssen dort verfügbar sein, wo die Wertschöpfung (oder deren Erhalt) stattfindet: auf Bauteilebene.
Die Lösung in ECLASS: Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, integriert ECLASS aktuell eine erweiterte Struktur. Diese ermöglicht es, tiefgehende Informationen zu Komponenten konsistent zu transportieren und damit die Brücke zwischen Produktion, Nutzung und Wiederverwertung zu schlagen.