1. Strukturierung über die N-Tier-Hierarchie
Bevor Daten harmonisiert werden können, muss beispielsweise eine Maschine hierarchisch in logische Ebenen unterteilt werden. Diese Taxonomie bildet die mehrstufige Stücklistenstruktur (Multi-Level BOM) ab:
- Tier 0 (Endprodukt): Die Gesamtanlage mit Fokus auf Gesamtfunktion und Systemverantwortung
- Tier 1 (Hauptsysteme): Funktionale Großmodule wie Förderbandeinheit, Spendermodul oder Steuerung
- Tier 2 (Baugruppen): Spezifische Funktionseinheiten, etwa die Sensoreinheit oder der Spenderkopf
- Tier 3 / Tier N (Komponenten & Einzelteile): Diskrete Zukauf- und Normteile, wie optische Sensoren, Motoren oder Verbindungselemente
2. Semantische Verankerung über ECLASS
Nachdem die physische oder funktionale Position jedes Elements im Systembaum definiert ist, wird den Knotenpunkten auf den verschiedenen Ebenen eine eindeutige ECLASS-Klassifikation zugewiesen.
- Eindeutige Klassifizierung: Jedes Bauteil – wie die Reflexions-Lichtschranke auf Tier 3 – wird über den vierstufigen ECLASS-Klassenschlüssel (z. B. 27-27-01-02) zweifelsfrei im internationalen Standard verortet
- Standardisierte Merkmalsleiste: Anstelle proprietärer Freitexte erhält die Komponente ein genormtes Merkmalset (z. B. Tastweite, Lichtart, Ausgangsfunktion, Versorgungsspannung) mit maschinenlesbaren IRDIs (International Registration Data Identifier) und definierten Maßeinheiten
- Durchgängigkeit über alle Ebenen: Dieses Prinzip lässt sich nicht nur auf Tier 3 anwenden: Auch ganze Baugruppen (Tier 2) oder Maschinenmodule (Tier 1) können über übergeordnete ECLASS-Klassen standardisiert beschrieben werden
Mehrwert des Ansatzes: Die Kombination aus N-Tier-Struktur und ECLASS schafft eine interoperable Datengrundlage. Sie ermöglicht einen nahtlosen Datenaustausch im Engineering (CAD/PLM/ERP), beschleunigt Beschaffungsprozesse und bildet das semantische Fundament für digitale Zwillinge und Verwaltungsschalen (Asset Administration Shells).