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ECLASS Properties als gemeinsame Sprache für NAMUR-Übergabeinformationen

Wie lassen sich technische Produktbeschreibungen der NAMUR in Verwaltungsschalen integrieren, ohne bestehende Standards und Merkmale doppelt zu modellieren? Dieser Frage gehen IDTA und ECLASS gemeinsam mit Industrievertretern nach. Ziel ist es, ECLASS Properties für die Referenzierung der Merkmale zu nutzen und damit ein interoperables AAS-Submodell zu ermöglichen.

Technische Produktinformationen der Prozessindustrie, ausgearbeitet in der NAMUR (Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie), sollen künftig strukturiert in Verwaltungsschalen abgebildet werden können. Dazu arbeiten IDTA (International Digital Twin Association) und ECLASS gemeinsam mit Industrievertretern an einem entsprechenden AAS-Submodell für NAMUR-Übergabeinformationen.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Frage, wie sich die Anforderungen der NAMUR an technische Produktbeschreibungen in der Verwaltungsschale abbilden lassen. Nach einer ersten Analyse enthalten die entsprechenden Beschreibungen bereits zahlreiche Merkmale, die sich mit ECLASS Properties abbilden lassen – beispielsweise Angaben zu Pumpenvolumen oder Druck. Je nach Anwendungsfall können dabei etwa 20 bis 40 ECLASS Properties relevant sein.

Bestehende ECLASS-Merkmale nutzen und Doppelentwicklungen vermeiden

Die Joint Working Group untersucht deshalb, wie vorhandene ECLASS-Inhalte in NAMUR-Übergabeinformationen referenziert werden können. So sollen etablierte Merkmale genutzt und Doppelentwicklungen vermieden werden. Falls benötigte Inhalte noch fehlen, soll zugleich geklärt werden, wie Änderungsanträge – sogenannte Change Requests – für ECLASS eingereicht und gemeinsam bearbeitet werden können.

Für ECLASS arbeiten Vertreter des Head Office sowie Siemens an der Initiative mit. Die NAMUR wird unter anderem durch Gerd Schöbel von Bayer vertreten, der die Initiative maßgeblich vorantreibt. Weitere ECLASS-Unternehmen sollen in die Zusammenarbeit einbezogen werden.

Erste Einigkeit besteht darin, für die Referenzierung der Merkmale ECLASS Properties zu verwenden und dafür einen geeigneten Aspekt zu erstellen oder einen bestehenden Aspekt anzupassen. Damit entsteht eine wichtige Grundlage, um NAMUR-Übergabeinformationen einheitlich in AAS-Submodellen abzubilden und die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen und Anwendungen zu stärken.

Aufgrund der bereits weit fortgeschrittenen Release-Phasen der ECLASS Version 17.0 ist nach aktueller Einschätzung eine erste Einreichung für die Alpha-Phase für ECLASS Release 18.0 im Frühjahr 2027 realistisch. Die weiteren Schritte werden in der Joint Working Group gemeinsam mit den beteiligten Industriepartnern abgestimmt.

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